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Erinnerungen an frühere Transportwege

Der über Frisingen geleitete Minettetransport per Achse (Eisewee) verhalf der Ortschaft an Bedeutung, einigen Geschäftstüchtigen der Ortschaft verhalf es auch zu Reichtum. Vor dem Haus Jost, heute Weis, stand eine große freischwingende Hebelwaage. Dort wurde die Minette gewogen, umgeladen und nach Stadtbredimus gefahren, dort auf Schiffe verladen und nach Deutschland zur Weiterverarbeitung gebracht. Um diese Zeit wurde auch ein Projekt ausgearbeitet, den Süden des Landes und den Osten mit einem Schiffskanal zu verbinden. Dieser Kanal sollte auch unsere Ortschaft durchqueren. Es blieb aber nur beim Projekt. Das Haus Jost-Robert, "a Josephen" genannt, in dem zuletzt Frl. Eugenie Schalbar ein Spezereiwarengeschäft betrieb, und wo früher die Reisenden ihre Pferde fütterten und selbst zum Imbiß einkehrten, hatte als Geschäftshaus und als Gasthof einen ebenso weitverbreiteten wie wohlklingenden Ruf.

«Die ältesten Dorfbewohner erinnern sich noch recht wohl der Krippe vor dem Hause, aus der die Zugrosse den Hafer fraßen und wo das zudringliche Spatzenvolk sich seinen Anteil vor der Nase der braven Pferde wegnahm, um gleich darauf in den beiden an der Straßenkreuzung stehenden und heute ebenfalls verschwundenen Pappeln nach Gassenbubenart Lärm zu schlagen.»

«Die Krippe ist in Batty Webers Roman Fenn Kass verewigt worden. Batty Weber, dessen Mutter, Marguerite Klein, aus Frisingen stammte, und der ab und zu seine Knabenzeit in Frisingen verbrachte, besuchte manchmal hier die Schule. Sein Großvater war während 40 Jahren Lehrer in Frisingen. Dies erklärt die Beziehung zu Frisingen. In seinem Roman Fenn Kass, den er 1913 herausbrachte, erzählt er seine Athenäums- und Konviktszeit von 1873-1881. Nicht nur die Krippe verewigte er, sondern auch eine charakteristische Persönlichkeit Frisingens, den der Autor den Pichert nennt. Er steht den alten Frisingern noch in guter Erinnerung als ein harmloser, eingefleischter Junggeselle, zufrieden mit dem kargen Verdienst aus seiner Schuhflickertätigkeit und stolz auf seinen ehrenamtlichen Nebenberuf als Kantor. Die damaligen Kinder hörten sich mit unbeschreiblichem Gaudium die Stimme dieses Sängers vor dem Herrn an, wenn am Kirmestage und gelegentlich der hohen Kirchenfeste sie mit einer Stärke unübertroffener Wucht zum Kirchengewölbe emporstieg und alle Gotteshausbesucher unwiderstehlich in ihren Bann zwang. Der brave Théile Jhak ruht längstens im Schoße der Erde, aber als ein zufriedener und glücklicher Mensch lebt er fort in der Erinnerung all jener, die ihn seinerzeit in der "Schipp" und der eigenartigen Mütze zur Kirche gehen sahen, um seines höheren Amtes zu walten, und der überglücklich lächelte, wenn als einziger Lohn am Kirmesfeste der Direktor der Normalschule oder ein im Rang höher stehender Geistlicher ihm mit einem dankbaren Worte für seine Sangesleistung innig und bewegt die Hand drückte. Dann tat der Griff in die "Schnaufbechs" doppelt wohl.»

Der über Frisingen geleitete Minettetransport per Achse (Eisewee) verhalf der Ortschaft an Bedeutung, einigen Geschäftstüchtigen der Ortschaft verhalf es auch zu Reichtum. Vor dem Haus Jost, heute Weis, stand eine große freischwingende Hebelwaage. Dort wurde die Minette gewogen, umgeladen und nach Stadtbredimus gefahren, dort auf Schiffe verladen und nach Deutschland zur Weiterverarbeitung gebracht. Um diese Zeit wurde auch ein Projekt ausgearbeitet, den Süden des Landes und den Osten mit einem Schiffskanal zu verbinden. Dieser Kanal sollte auch unsere Ortschaft durchqueren. Es blieb aber nur beim Projekt.