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Frisingen nach der Französischen Revolution

Nachdem am 14. Juli 1789 mit dem Sturm auf die Bastille die Französische Revolution begonnen und sich rasch in ganz Frankreich ausgebreitet hatte, wurden deren Armeen immer stärker, und die Franzosen griffen nun ihre Gegner im Ausland an. Bis Ende November 1792 waren die Revolutionstruppen bereits viermal in Frisingen eingedrungen. Die österreichischen Truppen waren zum Schutz herbeigeeilt und hatten schließlich Wachtruppen aufgestellt, aber sie wollten es auf einen offenen Kampf nicht ankommen lassen. So beschränkte sich ihr Eingreifen nur auf die Verteidigung der Ortschaft. Die Einwohner wurden wie in anderen Gegenden auch zur Selbstverteidigung mit Waffen versorgt. Am 20. November 1793, also ein Jahr später, kam der Überfall auf Frisingen. Es kam zum offenen Gefecht.

In einem Auszug des Pfarregisters des damaligen Pfarrers Collignon wurde berichtet:

"Heute am 29. November 1793 gegen halb sieben Uhr morgens, erschienen 400 Republikaner oder moderne gallische Materialisten in der Nähe des Wachpostens unserer Soldaten, der aus 17 Mann bestand, in der Absicht, unser Dorf Frisingen zu verheeren und zu plündern. Sie hofften diese geringe Anzahl zu umzingeln. Allein unsere wackeren und tapferen Soldaten, denen sich 7 Einwohner angeschlossen hatten, überschütteten den an Zahl weit überlegenden Feind mit einem solchen Kugelregen, daß sie ihn zum Rückzug zwangen. Nachdem die Republikaner jedoch Verstärkung hinzuzogen, mußten unsere Leute aus Mangel an Reiterei der Übermacht weichen, obwohl ihnen etliche Soldaten des Herren von Famarre, des Ritters von Libone und Lieutnants im württembergischen Regiment, welcher jene Truppen befehligte, zu Hilfe geeilt waren. Erst bei der unerwarteten Ankunft von einigen 20 Reitern des Regimentes von Herzog Joseph, griffen sie mit solchem Mute und außerordentlicher Unerschrockenheit jene Prahlhälse von neuem an und trieben sie in eilige Flucht, wobei sie ihre Toten und viele Verwundete mitnahmen. Merkwürdigerweise aber wurde bei diesem Zusammenstoß mit so vielen und gut bewaffneten Franzosen keiner der unsrigen verwundet. Wir verloren nur zwei Mann, welche gegen 9 Uhr fielen; es waren dies George Fridel, ungefähr 30 Jahre alt, Reiter im Regiment des Erzherzogs Joseph, und Franz Ludwig Lavolay aus Brüssel, 27 Jahre alt, der am 12.07.1785 in das württembergische Regiment eingetreten und den Posten eines Unteroffiziers versah. Da beide so unerschrocken zusammen gekämpft hatten, wurden sie auch am Tage des Kampfes zusammen in einen Sarg gebettet und von uns in Gegenwart ihrer sämtlichen Waffengefährten gegen 3 Uhr nachmittags auf unserem Pfarrkirchhofe beerdigt."

Eine andere interessante Überlieferung stammt von Herrn Julien Marx, die ihm seine Vorfahren übermittelten. Sie wurde bisher in keiner Beschreibung der alliierten Kampagne von 1792 so geschildert:

"Die Ruhr wütete bekanntlich unter denen bei Valmy zurückgeschlagenen Verbündeten. Ende September 1792 regnete es unaufhaltsam. Und diese Ruhr holten sich die Hessen und Preußen ausgerechnet in den Luxemburger Weinbergen, wo sie unreife Trauben gegessen hatten."

Goethe schreibt:

"Besiegt nicht vom Feind, sondern von den Elementen. Von den 20.000 Mann Verlusten, hatten die Schlachten kaum 1000 gefordert."

Graf Kalkreuth klagte:

"Wir marschieren nicht mit Soldaten, sondern mit Sterbenden."

Nachdem die Festung Luxemburg belagert worden war, mußte diese 1795 kapitulieren. Luxemburg wurde am 25.10.1795 in Département des Forêts umbenannt und gehörte nun zu Frankreich. Die Stadt Luxemburg blieb Hauptort des Départements, das in 26 Kantone eingeteilt wurde. Die Gemeinde Frisingen gehörte dem Kanton Hesperingen an. Jeder Kanton hatte einen Hauptort, wo sich die Ortsvertreter (agents) versammelten. Von 1795-1800 waren in der Gemeinde Frisingen, Jacques Stroup und Jacques Keyl aus Frisingen als agents municipaux zuständig. Sie hatten die Vollmacht alle Dokumente des Gemeindewesens zu unterzeichnen. Am 13.02.1796 war nun definitiv das Ende der gesamten feudalen Gerichtsbarkeit. Vögte, Meier, Schöffen, usw. hatten ausgedient. Am 09.11.1799 übernahm Napoleon Bonaparte die Macht in Frankreich. Die Verwaltung wurde zentralisiert. Erster Bürgermeister der Gemeinde Frisingen wurde Joseph-Anton Schanus, wohnhaft in Hellingen.

1808 zählte Frisingen 262 Einwohner, darunter 10 Arme, wovon 5 als Bettler aufgeführt wurden,

Aspelt 408 Einwohner, darunter 14 Arme, wovon 3 als Bettler aufgeführt wurden,

Hellingen 210 Einwohner, darunter 6 Arme, wovon 2 als Bettler aufgeführt wurden.

1820 wurden zur Festlegung der neuen Grenzen verschiedene Grundstücke von Aspelt bis nach Hellingen zwischen Frankreich und den Niederlanden ausgetauscht. Es gab dabei Probleme, wie schon in früheren Jahren, mit den Eigentümern bei Ein- und Ausfuhr der Ernte, sowie bei der doppelten Besteuerung.